Tag 3: Von Smaugs Einöde zu Game of Thrones
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Vik · Fjaðrárgljúfur · 2026-08-15

Tag 3: Von Smaugs Einöde zu Game of Thrones

von Jürgen 4 Min. Lesezeit

Nach einer recht angenehmen Nacht am Campingplatz starteten wir den Tag mit einem klassischen Skyr / Bananen / Müsli - Frühstück und danach ging's direkt los mit einer kleinen Wanderung zu einem nahgelegenen Wasserfall - dem “Svartifoss”. Nachdem jeder weiß was für ein unfassbar motivierter Wanderer ich bin, war mein Ziel den Svartifoss so rasch als möglich zu erreichen. Angeschrieben beim Camp mit ca. 45 Minuten Gehzeit, kamen wir nach 24 Minuten beim Svartifoss an. Patricias Wanderlust schien zeitweise etwas weniger glücklich damit aber so macht sogar mir wandern Spaß. (dafür genossen wir die Zeit beim Wasserfall und dem Drumherum dann umso mehr).

Der Svartifoss ist ein für Island typischer Wasserfall der in dem Fall aber aus “umgekehrten” Basaltsäulen besteht. Basalt ist das Gestein, das beim Ausbruch von Vulkanen entsteht, durch die Abkühlung über Zeit vertikale Risse bekommt und diese typische 6-eckige Form annimmt. Nachdem über die Jahrzehnte das Gestein dann den Gezeiten ausgesetzt ist, brechen immer wieder Teile dieser Säulen ab wodurch dann diese einzigartige Form entsteht. (natürlich stark vereinfacht erklärt - jedem Geologen wird's hier vermutlich den Magen umdrehen - but who cares?)

Folgend seht ihr ein paar der Eindrücke vom Svartifoss und dem “Gipfel” (ein Kompass auf Stahl geprägt mit den umliegenden populären Orten):

Danach ging's wieder runter Richtung Campingplatz und von dort noch in Richtung des Skfatafellsjoküll ("Joküll" = Gletscher) - in eigentlich recht kurzer Gehzeit wäre das Ende dieser Gletscherzunge zu sehen gewesen aber uns hat leider ein recht starker Regen überrascht, der uns dann zum Umkehren überredete. Aus der Distanz konnten wir aber trotzdem noch ein paar Blicke des Gletschersees mit darin schwimmenden Eisschollen erhaschen:

Aufgrund des Regens entschieden wir uns nach einer schnellen Dusche unser Camp abzubrechen und uns auf den Weg in Richtung unseres nächsten Stops zu machen. Der nächste Stop war ein recht bekannter Drehort in Game of Thrones und ein Ort der auch schon in vielen anderen Filmen und Musikvideos zu sehen war. Die Rede ist von einem Canyon namens “Fjadrargljufur”. Am Weg dorthin durchquerten wir die UNENDLICH wirkenden Schwemmländer südlich des Vatnajökull.

Wie Patci im vorherigen Artikel schon erwähnte, ist der Vatnajökull die größte durchgängige Eiskappe / Gletscher Europas - der 10% der gesamten Landesfläche Islands bedeckt. Würde man das gesamte Volumen des Gletschers auf ganz Island wie Butter verteilen, würde man damit eine 30-40m (!!) dicke Eisschicht über die GESAMTE Landesfläche Islands ziehen. (Funfact der uns von einem Ranger erzählt wurde)

Diese unfassbare Masse an Eis, hat natürlich zur Folge, dass aufgrund des menschengemachten Klimawandels und der daraus resultierenden Klimaerwärmung, große Teile des Gletschers schmelzen und dieses Schmelzwasser sich in bestimmten Arealen unterhalb des Gletschers sammelt. Zusätzlich kann dies natürlich auch aufgrund geothermaler Aktivitäten (vulkanische Eruptionen) passieren und ist in den letzten 800 Jahren ca. 80 mal passiert. Diese sogenannten “Outburst Floods" (Jökulhlaup) überschwemmen riesige Areale an Land südlich des Gletschers, wodurch diese Areale zu unbewohnbarem Schwemmland / Einöde werden.

Daher auch der Titel dieses Blogs - kaum ein Ort würde besser als Drehort für “Smaugs Einöde” dienen - aber seht selbst:

Hier seht ihr noch einen Ausschnitt des Areals auf Google Maps das als “Schwemmland” und damit unbewohnbares Areal gilt - in Summe sind das hier ca. 100qkm:

Die ständigen Überschwemmungen und Vulkanausbrüche haben aber auch zur Folge dass hier immer wieder “fruchtbarer” Boden hinterlassen wird - und wenige Kilometer weiter, lassen sich wieder die wunderschönen grünen Farben Islands sehen:

Nun aber zum tatsächlichen Highlight dieses Tages - der “Fjadrargljufur” Canyon - wie schon erwähnt einer DER Drehorte in GoT wo Daenerys mit ihrem Drachen rumflog - dementsprechend spektakulär haben wir uns diesen Ort auch in “echt” erwartet - und unsere Erwartungen wurden übertroffen. Hier wieder weniger Worte - denn Bilder sprechen wie immer mehr als tausend Worte:

Ein schöner Tagesabschluss und damit ging's nun nur mehr weiter in Richtung unseres Campingplatzes in “Vik". Eine 1-stündige Autofahrt, die aber auch nochmal ein paar schöne Schnappschüsse zuließ. Mittlerweile fast schon der Standard auf unseren Fahrtabschnitten aber wir sind immer wieder begeistert. Folgend ein paar Schnappschüsse davon:

Sodala - endlich angekommen am Campingplatz - natürlich auch wieder mit tollem View. Und damit wünschen wir Euch eine gute Nacht!

Bis bald!

Jürgen

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