Tag 4: Sonnige Überraschung und Eiseskälte
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Vik · Katla · 2026-08-16

Tag 4: Sonnige Überraschung und Eiseskälte

von Patci & Jürgen 5 Min. Lesezeit

Heute Vormittag ist sehr gemütlich, wir schreiben ein, zwei Blogartikel und planen den nächsten Tag, was sich als knifflig herausstellt. Wir wollen morgen die Puffins (=Papageitaucher Vögel) auf Heimaey besuchen, allerdings ist das Wetter regnerisch gemeldet und für keine Sicht, Regen und extrem starken Wind 140€ für die Fähre (2 Personen + Auto) zu zahlen, klingt unsympathisch. Die Sorge ist also groß, dass wir womöglich keine sehen, obwohl um diese Jahreszeit die Puffin Kolonien ein Spektakel sein sollen. Hm..tja, solche Situationen hat man halt ab und zu beim Reisen - gegen Mutter Natur kommt man nicht an. Wir haben von der Rezeptionistin des Campingplatzes gehört, dass gestern Gäste von einer Puffinsichtung beim Strand berichtet hätten, also probieren wir unser Glück und sehen ein, zwei. äääähmmm:

https://youtube.com/shorts/9_OoArhK_BM?feature=share

Komplett euphorisch suchen wir uns Platzerl, um die Puffins (isländisch: Lundi) so nah wie möglich zu sehen, ohne sie zu stören. Wir beobachten bestimmt mal für ne Stunde. So süß, wie sie alle mit gespreizten Beinchen abheben und über uns hinweg ins Meer fliegen, um wenig später mit kleinen Fischen im Mund zurückzukehren. Nebenbei schwimmt auch noch ne Robbe vorbei :) Whaaat?

Nach diesem wunderschönen Vormittag und einer kleinen Mittagsjause am Campingplatz ging's dann um 15:45 mit unserem geplanten Programm weiter, es geht zur Katla Eishöhle mit Gravel Travel (Anbieter). Die Katla ist einer der aktivsten Vulkane in Island und brach das letzte Mal 1918 aus - im Schnitt bricht sie alle 100 Jahre 2x aus - das heißt sie ist eigentlich überfällig. Mit diesem Wissen in die Nähe dieses Vulkans zu fahren war doch etwas speziell aber wie groß sind schon die Chancen?

Mit unserem Tourguide “Jon” ging's dann im Superjeep in Richtung Katla. Der Katla ist einer der isländischen Vulkane welcher durch einen Gletscher bedeckt ist. (ähnlich wie die Vulkane in der Gegend des Vatnajökull) - der Gletscher hier nennt sich “Myrdalljökull” und ist in viele Gletscherzungen unterteilt, deren Namen wir und beim besten Willen nicht alle merken können. Unser Guide meinte es gibt in Island laut Karten 6 große Gletschergebiete - diese Gebiete sind aber in so viele einzelne Gletscher unterteilt, dass man in Summe von > 260 Gletscher in Island spricht.

Beim letzten Ausbruch des Katlas wurde - ähnlich wie im letzten Artikel beschrieben - riesiges Schwemmlandgebiet durch die Schmelze des Gletschers erzeugt, dass ein Fluss entstanden ist, der mehr Wasser führte wie der Amazonas, Nil und Mississippi zusammen. Dies resultierte darin, dass in der Umgebung zu Vik eigene landschaftliche “Schwemmlandsperren” errichtet wurden, sodass bei einem zukünftigen Ausbruch die Stadt nicht wie Atlantis versinkt.

Es ist eine sehr lustige, holprige “bumpy” Fahrt bis zum ersten Stopp, dem Star Wars Berg, da dort Szenen für die Star Wars Filme gedreht wurden, u.a. Rogue One und als wir dort ankamen ist uns ganz deutlich wieso:

Es wurden übrigens unzählige andere Filme und Serien in Island gedreht wie zB James Bond, Interstellar, Game of Thrones, The Odyssee uvm. Wieder zurück in den SuperJeep und ab geht die Post. Einer Achterbahn ähnelnd flitzen wir die Sandbank steil hinunter Richtung Gletscher - jiiiiihaaaaaa! Beim “Parkplatz” der Eishöhle angelangt setzen wir uns alle Helme auf, bekommen heiße Tipps, wie dass man vermeiden sollte auf feuchten Untergrund zu steigen, da dieser wie Treibsand wirken kann und man schnell mal 1m in der Erde steckt, oder, dass man flott die Brücke zur Höhle queren sollte, da man sonst möglicherweise von kleinen Steinen im Zuge des Schmelzwassers getroffen wird - Gottseidank hat uns nichts getroffen :D In der Höhle lernen wir vom 800 Jahre alten Eis und deren Schichten, unterschiedlich hoch eingefrorene Asche, die auf mehrere Vulkanausbrüche hinweist und mehr. Danke Jon, es war sehr informativ und gleichzeitig unterhaltsam. Überrascht hat uns Jon mit seinen Fotografen Skills, mit denen er alle glücklich machte :D Am Ende lässt Jon uns alle Lichter in der Höhle ausmachen, um komplette Finsternis zu erfahren - schon bisschen gruselig.

Nach dem Höhlenerlebnis war Patci noch danach sich ihrer eigenen Business Idee zu widmen. Crushed Ice Produzent dürfte ihre neue Geschäftsidee sein - ob das wohl was wird?

https://youtu.be/lftF15Upevw

Auf dem Weg zurück erzählt uns Jon noch von den ersten Vikingern wie Hjörleifur, der als 2.Vikinger auf Hjörleifshöfdi angelegt hatte. Er nahm Irische Sklaven mit, die höchst anstrengende Arbeit verrichten mussten, bis sie Hjörleifur ermordeten und mit seiner Frau zu den Vestmannaeyjar Inseln flohen (=Westmännerinseln auf Deutsch), die so genannt werden, weil man zu den Iren “Vestmanna" sagte. Der 1.Vikinger (Ingolfur Arnarson), der in Reykjavik (=rauchende Bucht) angelegt hatte, wollte seinen Freund Hjörleifur besuchen. Als er sah, dass dieser ermordet wurde, ging er auf Rache-Jagd, tötete alle Iren und befreite die Frau. Ingolfur ist der bekannteste Vikinger auf Island.

Weiters erzählt uns Jon von J.R.R.Tolkin (britischer Schriftsteller der “Herr der Ringe” und “Hobbit” Reihen), der für seine Kinder ein isländisches Kindermädchen angestellt hatte. Sie erzählte den Kindern ganz typisch isländische Geschichten über Trolle und Elfen. Als sie aufhörte, für die Familie zu arbeiten, waren die Kinder ganz enttäuscht. Aufgrund dessen fand J.R.R. Tolkin die Motivation und Inspiration für die Geschichten von “Herr der Ringe”.

Nach dem Geschichten Erzählen gibt's eine letzte Überraschung, als Jon mit uns auf den Black Beach abzweigt und wir ganz nah — teils sogar im Wasser — bis zum Ausgangspunkt Zurückdüsen :) Also mit 70km/h mit nem SuperJeep entlang der krachenden Wellen auf schwarzem Strand fahren HAT WAS :) Gerne wieder!

https://youtube.com/shorts/bXfjtlMy0gc?feature=share

Zusätzlich hatte der Guide noch eine kleine “extra” Überraschung für uns - vor wenigen Monaten hat es leider einen toten Wal an genau diesem Strand angeschwemmt - mittlerweile ist der Wal natürlich nicht/kaum mehr zu sehen aber die Knochen wurden am gesamten Strand verteilt - wie hier eindrucksvoll zu sehen ist:

Am Abend parken dann noch zufällig unsere Freunde von der Fähre neben uns - einige hunderte km später - Was für ein Tag! :)

Liebste Grüße,

Patci
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