Tag 8: Wackel Wackel Wackelkontakt
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Landmannalaugar · 2026-08-20

Tag 8: Wackel Wackel Wackelkontakt

von Patci 5 Min. Lesezeit

Bevor´s heute auf die Reise geht hier mal ein paar weitere Erkenntnisse über Island:

  • Man sucht IMMER nach Mistkübeln. Es stehen einfach nirgendwo welche rum. Ab und zu - wenn du Glück hast - findet man einen vor dem Eingang eines großen Supermarktes wie Bónus. Die Isländer wollen wohl, dass man seinen Müll selbst zuhause entsorgt. Auch ok.

  • Die Tiere regieren über die Insel - wir Menschen sind nur Touristen hier :D wie zB diese Kühe, die ohne zu schauen vor uns die Straße queren

  • Schafe sind ohne zu übertreiben ÜBERALL zu finden. Manche sind echte Selbstmörderschafe - unvorstellbar wie die an manche Orte geraten.

  • Fun facts zu den Schafen: 1. Früher hat es mehr Schafe als Menschen auf Island gegeben. Mittlerweile sind es etwa 400.000 Einwohner & 340.000 Schafe :D 2. Meistens sieht man sie zu 3. herumlaufen - warum? Unsere Recherche ergibt, dass ein Mama Schaf oft Zwillinge bekommt und sie dann ihre zwei Lamperl eine Zeit lang begleitet. Süß <3
  • @Islandpferde: es gibt etwa 80.000 auf der Insel und es dürfen keine Pferde vom Ausland nach Island gebracht werden, hauptsächlich um keine Krankheiten ins Land zu bringen.
  • Es gibt hier eigene Kühlräume für den gesamten Obst und Gemüsebereich im Supermarkt.
  • Von kurzer Hose bis zum Wintermantel (ganz sicher keine Isländer) läuft hier alles rum. Wir sind eher immer am Frieren, aber hey warum keine kurze Hose und Sandalen. :D
  • Freibäder existieren und tatsächlich lassen sich doch einige Menschen darin sehen - und das bei 13°C - nicht mit mir.

Nun, heute geht’s mit dem 4x4 Suzuki Jimny (aka Schnuckiputz - JA ;) ich mein seht ihn euch mal an) nach Landmannalaugar.

Wie im vorigen Artikel erwähnt mieten wir dieses Auto für ein paar Tage, da er Highland-tauglich ist, was bedeutet, dass er den Straßenbedingungen gewappnet sein sollte. Erstmal fahren wir etwa eine Stunde auf Asphalt bis wir auf die F-Road abzweigen. Hier fängt der Spass an: Schotterstraßen, die wir von Österreich kennen, sind purer Luxus im Vergleich. Die ersten Meter sind schonmal ne Qual für mich (die begonnen hat zu fahren). Versteht mich nicht falsch, es war unfassbar lustig und cool, aber es ist das Eine, bei einer geführten Tour zB mit nem Superjeep durchs Gelände zu düsen, aber das Andere, ein selbstgemietetes Auto - wofür du verantwortlich bist und zahlen musst, falls was kaputt geht - stundenlang durch mega raues Gelände ohne jeglichen Empfang, Tankstelle oder Service zu fahren. Also anfangs - was sage ich - nicht nur anfangs wird stets gezittert, ob dieses oder jenes Schlagloch (welche unausweichbar sind) nun das Ende des Autos bedeuten könnte. Im Auto ist es auf jeden Fall nicht mehr möglich, etwas zu trinken, oder Fotos zu machen, da -ganz wie der Titel suggeriert - das Motto des Tages der Songtitel “Wackelkontakt” von der Band “Oimara” ist.

Kein Straßenfoto, das wir aufgenommen haben, wird der Stimmung gerecht. Hier ein Kurzvideo, wo die Straße ganz nett aussieht. Im Auto wars anders - glaubt mir ;) PS: Wir werden regelmäßig flott von anderen Jeeps überholt und denken uns nur: WIE? :D

https://youtu.be/VhXXlFWC9BQ

Zum Adrenalin-Höhepunkt kommt es wohl, als wir plötzlich vor einem Fluss stehen und die Straße hindurch führt. Wir überlegen, ob wir einfach den anderen Weg nehmen sollen, aber der führt nicht mehr auf unsere eigentliche Zielstraße. Mist. Wir beobachten was zwei andere Fahrzeuge machen, die nach einer Weile ankommen. Nun…:

https://youtube.com/shorts/BblnQR9U7v0?feature=share

Ich geb das Steuer an Jürgen ab, und bin heilfroh als wir es rüber schaffen ohne unterzugehen :D oder Wasserschaden. Insgesamt sind wir ~45km auf den F-Roads nach Landmannalaugar, brauchen aber 1,5h mit unserem Jimny (Schnucki). So stolz wir auf das Auto sind, als wir nach 1,5h Rüttelschüttel und 3 Flussquerungen sicher ankommen, sehen wir nach, wieviel ein größeres 4x4 Auto mit großen, breiten Reifen gekostet hätte, denn was wir hauptsächlich auf den Straßen sehen sind: Toyota Landcruiser, Landrover Defender, Jeep Wrangler Rubicon und Dacia Duster (und ein paar riesige Superjeeps, die übrigens speziell in Island erzeugt werden). Der Rubicon hätte etwa 60% mehr, der Defender sogar das Doppelte gekostet, also sind wir ganz froh, dass wir mit unserem Jimny auch ans Ziel gekommen sind :)

Vor Ort wird schnell klar, dass wir von hier aus zu Fuß weiter müssen ( zu Jürgens Ungunsten ;) wobei ich sehr stolz auf ihn bin und er einen fabelhaften Weg ausgesucht hat), um noch mehr von dieser Traumlandschaft zu entdecken. Der Trail führt durch ein Lavagesteinfeld vorbei an Wiesen geschmückt mit endlos vielem Wollgras zu heißen Quellen, die intensiv nach Schwefel rochen. Wir besteigen nach 1h40 den Gipfel des Brennisteinsalda für eine atemberaubende Aussicht über schwarze, rote, braune und grüne Berge. Ein Ort zum Staunen.

Wir entscheiden uns für einen Rundweg, um wieder zum Startpunkt zu gelangen, und möglichst viel zu sehen. Als Belohnung gönnen wir uns die Laugar = heiße Quelle (daher der Name LandmannaLAUGAR). Der Bach ist seicht (ca 40cm) und es ist ein witziges Gefühl teils 3 oder mehr unterschiedliche Wassertemperaturen am Körper zu spüren.

Voll erholt machen wir uns auf den Heimweg - Rüttelschüttel Partie 2.0.

Zurück in Selfoss kochen wir uns heute Curry-Shrimps Pasta - Mahlzeit und gute Nacht. Morgen geht’s wieder in die Highlands, diesmal für 3 Tage, und zwar zum Kerlingarfjöll.

Enjoy life!

Patci

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