Tag 6: Best day of our lives?
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Skalakot Riding · 2026-08-18

Tag 6: Best day of our lives?

von Patci & Jürgen 5 Min. Lesezeit

Heute geht's ein Stück zurück Richtung Osten - genauer gesagt in die Nähe des Dorfes “Hvolsvöllur”. Wer regelmäßig mit uns Kontakt hat weiß, dass wir seit letztem Jahr wieder begonnen haben Reitunterricht zu nehmen - bei einem netten Reitstall bei uns in der Nähe (Shoutout an Marcel Merta - Allhaming - danke für die Reitstunden bisher!). Patricia hat aufgrund eines kleinen Absturzes in ihrer Jugend aufgehört zu reiten und ich hab mich den damals “cooleren” Sportarten wie Fußball gewidmet, nachdem ich mit 13 Jahren eigentlich sehr gern für ca. 1 Jahr geritten bin.

Und wie bei so vielem im Leben kommt man erst viel zu spät drauf, wie toll etwas ist, wenn man es nicht mehr macht / hat. Aber das lässt sich ja tellerweise mit etwas Engagement und Willen ändern. Dementsprechend war unser Ziel, dass wir mit einigen Stunden Unterricht für Island sofern “reit-fit” werden, dass wir uns einen schöne “Riding Day Tour” auf Isländern gönnen können. Gesagt, getan…

Beim Skalakot Manor Hotel treffen wir uns um 9:45 Uhr nach einer ca. 1-stündigen Fahrt mit unserer fantastischen Reitbegleiterin / Guide “Signe”. Wir haben eine Day Tour gebucht - 3h Vormittags und 3h Nachmittags am Pferd - die Aufregung ist dementsprechend groß - wer macht sowas schon regelmäßig? Und was wenn wir das körperlich gar nicht schaffen?

Aber Signe hat uns diesen Tag wirklich hervorragend geführt, uns das unfassbar ruhige Wesen der Isländerpferde (zumindest der, die wir reiten durften) näher gebracht und uns nebenbei auch noch eine neue Gangart (den bekannten “Tölt") gelernt. Und das alles in einem unglaublichen landschaftlichen Setting.

Der Vormittagsritt startete den Berg hinauf in Richtung des “Eyjafjallajökull” (JA! - genau der Vulkan, der vor ca. 15 Jahren fast den gesamten europäischen Luftraum lahmgelegt hat, als er ausgebrochen ist). Der Gletscher im Blick, rechts und links von uns grüne malerische Landschaft und hinter uns das Meer bzw. die “Westmann Inseln” (Vestmannaeyjar). Unsere tierischen Begleiter “Ölvüdür” & “Lilija” zeigten uns wie entspannt und schön dieser Aufstieg in Richtung des Gletschers aussehen kann. Wir legten ein paar Pausen für die Pferde ein wo natürlich auch der ein oder andere Schnappschuss gemacht wurde - Signe war so lieb und hat den Fotografenjob nebenbei auch noch mitgemacht. (auch hier - vielen Dank dafür!)

Am Weg zurück ging's dann noch eine kleine Schleife in Richtung Stall retour um noch kurz vor dem Nachmittagsritt in den Genuss des “Tölts" zu kommen. Signe erklärt uns kurz wie wir die Pferde in den Tölt bringen und schon geht's los. Die Art und Weise des Tölts ist etwas schwer in Worte zu fassen - vor allem für Personen die selbst noch nie geritten sind - aber ich würd's mal als sehr holprig aber mit wahnsinnig gut gefedertem Auto beschreiben versuchen. Für die ReiterInnen, die hier evtl. mitlesen, würd ichs wie ein Aussitzen im Trab beschreiben aber doch um einiges schneller und trotzdem sehr angenehm.

Beim Mittagessen angekommen gab's eine kurze Stärkung und um 14:15 Uhr startete direkt auch schon die 2. Session. Diesmal ging's in Richtung Strand - woohooooo! Das ist eher meine (Jürgens) Welt! Leider beim Start etwas windig aber nach ein paar Tagen in Island sind wir diese Wetterspielchen bereits schon gewöhnt und dementsprechend gut in gefühlt 32 Schichten Kleidung eingepackt. Die Route zum Strand führte über Schotterstraße, unendlichen Wiesen, zu einem See - der im ersten Moment so groß wie das Meer wirkte - und weiter zu einem schwarzen Strand, wo keine Menschenseele zu sehen war. Am Weg dorthin durften wir natürlich so viel “Tölten" und “Galoppieren”, dass uns beide am Ende der Hintern und die Adduktoren schon gewaltig unsere Grenzen aufgezeigt haben aber dieses Gefühl von Freiheit, Adrenalin und der unendlichen Schönheit dieser Landschaften war das mehr als wert. Leben von seiner schönsten Seite! :)

Am Black Beach (schwarzen Strand) war ein Stück Strand so gefestigt, dass Signe fragte: “Are you up for veery fast gallop? = Seid´s dabei für seehehr schnellen Galopp?” hihi :D - wir waren natürlich voll begeistert und dafür. Tja, sagma mal so: am Pferd sind wir geblieben! :D

Da hab ich (Patci) mal allen einen Lachkrampf beschert. Am Meer angekommen waren wir erstmal sprachlos aufgrund dieser endlosen unberührten Natur. Tatsächlich fürs Auge endlos war der Strand - eine seltene Schönheit. Signe erklärte uns, dass der ganze Bereich zwischen Meer und dem vorhin erwähnten See im Winter unter Wasser ist, da das Meer soweit rein reicht. Also kein Strand im Winter. Der Gedanke, dass man da steht, wo bald alles voller Meer ist, ist schon faszinierend. Auf dem Weg zurück querten wir einige Flüsse, sodass wir teils mit dem Schuh im Wasser landeten - ein Abenteuer :D gut, dass wir Reserveschuhe im Auto hatten.

https://youtube.com/shorts/Zllk4oDb98Y?feature=share

Wir galoppierten nochmal schnell - diesmal ohne Dreck im Gesicht - durch eine riesige Weide mit vielen anderen Isländerpferden von Skalakot und Tölten zurück zum Hotel. Zum Abschied umarmten wir unsere Signe und bedankten uns herzlichst für dieses Erlebnis, an das wir uns für immer gerne erinnern werden, und jetzt schon vermissen.

Für die ReiterInnen unter euch: falls ihr jemals die Gelegenheit bekommt, MÜSST ihr unbedingt zu Skalakot die Day Tour oder zumindest die Beach Tour reiten, es wird euch vom Hocker hauen. Tolle Menschen, tolle Pferde, tolle Landschaft - einfach perfekt!

Liebste Grüße,

Patci
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