Tag 17: Über Robben zum Troll
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Hvitserkur · Saudakrokur · 2026-08-29

Tag 17: Über Robben zum Troll

von Patci 3 Min. Lesezeit

Es ist 8Uhr morgens und wie es das isländische Wetter nach einem traumhaften Tag gestern so will, regnet es wiedermal. Zum Zeltabbauen verschont uns der Regen allerdings netterweise. Wie im vorigen Artikel erwähnt, lieben wir diesen Campingplatz direkt am Strand, wo du Meeresrauschen lauschen kannst und dich Wellen in den Schlaf singen. Heute ist unser Hauptziel Hvitserkur aber bis dahin fahren wir etwa 5h. Zum Frühstücken nehmen wir uns bei der Ladestation Zeit, wo wir den süßesten Hund sehen: ein isländischer Schäferhund - moi! Auf dem Weg nach Holmavik zum 2.Ladestopp rasselt irgendwie der Strom schneller runter als erwartet - Oh Oh! Wir fragen uns warum das so ist und werden mit jedem % das purzelt nervöser, also zumindest ich - Jürgen strahlt Ruhe aus - zumindest eine Weile :D Wir starteten mit der Prognose von 13% Restreichweite am Zielort. Soweit so gut. Nach ¼ der Strecke allerdings sind wir bei 7% - und da muss man nicht gut in Mathe sein, um zu realisieren, dass sich das eigentlich nicht ausgehen kann, wenn es so weitergeht. Ich recherchiere mal, wo es noch “Mini-Lader” gibt und überlege, was wir im Notfall tun könnten. 6% - MIST - oh nein, jetzt geht´s auch noch bergauf :D Womöglich ist es der Wind und der Regen, der die Berechnung des Teslas etwas stört. Jürgens Lösung: langsamer fahren - und tatsächlich die % gehen wieder auf 7 und auf 8 - JUHU, große Erleichterung: Wir schaffen es zum Supercharger. Das Learning: immer mehr als genug Restreichweite einplanen ;)

Nach einigen Stunden Sitzen im Auto freuen wir uns aufs Spazieren zum Strand in Hvitserkur. PS: Die Straße dahin (711) ist den Großteil wieder Holperstraße - wussten wir nicht. Wir folgen zuerst einem Pfad, der uns von oben eine wiedermal fantastische Aussicht auf den endlosen schwarzen Strand bietet. Wir haben Glück, dass wir nun am Nachmittag bei Ebbe hier sind, da sich die vielen schwarzen Sandbänke abwechseln mit klarem eisblauen Meerwasser. Außerdem sehen wir so einen Teil der Robbenkolonie, die hier ihren Hauptwohnsitz gemeldet hat. Bei Flut sind sie angeblich unterwegs. Süß, wie sie sich scheinbar unbeholfen am Land fortbewegen - sieht anstrengend aus - hihi.

https://youtube.com/shorts/KAZHE4Zve0c?feature=share

Wir spazieren den Strand entlang, entdecken unzählige gestrandete Quallen und kommen beim Hvitserkur an - was ist das? Dem alten Volksglauben nach ist er ein Troll (typisch isländisch :)), den die lauten Glocken des nahegelegenen Klosters maßlos nervten. Er wanderte also dorthin und übersah die Zeit. Mit den morgendlichen Sonnenstrahlen fror er vor der Küste zu einer 15m hohen Basaltgesteinsfigur. Seht selbst:

Zur goldenen Stunde fahren wir zum vorletzten AirBnB auf unserer Reise, weil wir nicht jeden Tag Zelt auf- und abbauen möchten. Das Karuna Guesthouse liegt bei Saudárkrókur, das in der goldenen Abendsonne total strahlt. Eine wunderschöne Fahrt auf eine Art Pass, vorbei an einer Hochebene hinunter ins Skagafjörður-Tal, eine Gegend, die heute vor allem für ihre Islandpferdezucht bekannt ist. Tatsächlich gilt die Region als eine Art Mekka der Islandpferde – und gleichzeitig als Schauplatz einiger der blutigsten Kapitel der isländischen Geschichte. Ganz in der Nähe fand 1238 eine der größten Schlachten Islands statt, woran heute in Sauðárkrókur die Ausstellung “1238 – The Battle of Iceland" erinnert.

Das Karuna Guesthouse bietet eine Fasssauna und einen Hot Pot - juhu wir freuen uns. So klingen wir den Abend gerne aus. Etwas gewöhnungsbedürftig ist nur der sehr schwefelige Geruch des Leitungswassers - beim Duschen heißt´s also gut einseifen :D

Enjoy life!

Patci

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