Tag 10 & 11: Zwei Michelinmännchen am Kerlingarfjöll
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Kerlingarfjöll - Highland Base · Reykjavik · 2026-08-23

Tag 10 & 11: Zwei Michelinmännchen am Kerlingarfjöll

von Jürgen 4 Min. Lesezeit

Den gestrigen Samstag auf der Highlandbase am Kerlingarfjöll sind wir sehr gemütlich angegangen. Nachdem das Wetter uns quasi in den Spa-Bereich verbannte, haben wir die Zeit genutzt um es uns in den Thermalquellen & der Sauna gut gehen zu lassen. Nebenbei haben wir unsere letzten noch ungeplanten Reisetage geplant, Unterkünfte gebucht und uns einen schönen Tag & Abend bei leckerem Essen und dem ein oder anderen “Highland Mule" (das Pendant zum Moscow Mule) gemacht.

Wo wir schon beim Thema “Wetter” in Island sind - eins haben uns die letzten 10 Tage bereits gelehrt. Island ist unberechenbar und je mehr Schichten an Kleidung man trägt, desto eher wird's ein sonniger Tag wo auch nur 1-2 Schichten Kleidung genügt hätten. Wir hatten Tage dabei wo wir morgens in 3 Schichten + Regen/Windjacke zum Strand spazierten weils Morgens so unfassbar kalt und windig war - 2h später am Strand laufen wir mit Pullover am Strand rum und sogar den hätten wir noch gegen ein T-Shirt tauschen können. Am Tag als wir zum Svartifoss gewandert sind war's das komplette Gegenteil - wir starten morgens regenfrei und ohne Wind und drehen 2h später am Weg zum Gletscher um weils einfach zu nass & windig war - und wir genau da natürlich nicht passend gekleidet waren.

Fazit - “Layering” ist “the way to go” - nervt zu Beginn aber irgendwann wird man's gewöhnt und man schätzt die sonnigen Momente, wo die sowieso bereits unfassbare Landschaft nochmal schöner zu wirken beginnt, umso mehr.

Aber nun zurück zum Kerlingarfjöll - wir haben uns für den 2-tägigen Abstecher in die Highlands zum Kerlingarfjöll entschieden, weil man nur das Beste von dieser atypischen und im ersten Moment kahl wirkenden Umgebung liest. Und genau davon wollen wir uns selbst überzeugen. Deswegen geht's direkt um 8:30 Uhr für uns zum Frühstück und anschließend zum Hotel-Checkout. Nachdem wir den Wetterbericht im Blick hatten wussten, wir, dass dieser Tag sicher einer der unangenehmsten Tage wird und haben uns dementsprechend gut eingekleidet. Longsleeve, Pullover, Wollweste + Wind/Regenjacke & wasserdichte Regenhose war die Garderobe für diesen Ausflug - und kurz später bei der Ankunft am Parkplatz des Hveradalir Zustiegs, wussten wir, dass das auch die richtige Entscheidung war.

Es hatte gemütliche 2°C bei Windspitzen bis 50km/h, Nebel und Regen - wow... das kann ja was werden…

Wir wandern los… unser Plan war die kurze “Hveradalir” Runde, die ca. 1,5 - 2h dauern sollte - und keine 10 Minuten im Gebiet unterwegs, schafft es die Sonne uns für einen kurzen Moment, die gesamte Schönheit dieses Areals zu präsentieren. Es ist schwer in Worte zu fassen, was man hier vor sich sieht - aber ich versuch's mal.

Der Kerlingarfjöll bzw. das Hveradalir Areal wirkt irgendwie wie eine andere Welt - ein Rhyolith-Bergmassiv, dessen Hänge in unwirklichen Gelb-, Orange-, Rot- und Grüntönen leuchten, als hätte man alle Farben die man auf Island ständig sieht, auf ein einziges Gebiet konzentriert. Im Hveradalir Gebiet (das übrigens "Tal der heißen Quellen" bedeutet) zischt es überall, es dampft aus dem Boden, brodelnde Schlammtöpfe und es steigen Schwefelschwaden (nicht so der angenehmste Geruch…) auf, während direkt daneben noch Schneefelder liegen. Genau dieser Kontrast aus dampfender, geothermaler Aktivität und ewigem Schnee, mitten in kompletter Abgeschiedenheit, macht diesen Ort wohl zu diesem surrealen Erlebnis, das man unbedingt erleben sollte, wenn man einen Island Trip plant.

Folgend seht ihr Bilder von den paar Minuten Sonne, die uns dieser Tag in diesem Gebiet gegönnt hat:

Nachdem wir diese schönen Momente erleben durften, meinte es das Wetter dann weniger gut mit uns - der Wind wurde stärker und es begann recht stark zu regnen und Sonne war natürlich auch keine mehr zu sehen. Damit haben wir versucht, die Hveradalir Runde dann recht schnell zu Ende zu gehen und uns daraufhin auf die warme Sauna in unserer Highlandbase gefreut.

Nach der Sauna ging's dann frisch geduscht in Richtung Selfoss um unseren Tesla abzuholen, den Suzuki Jimny wieder abzuliefern und später in unsere neue Unterkunft in Reykjavik zu fahren. Hier im Hotel werden wir nun die nächsten Tage verbringen und uns mal die “städtische” Seite Islands ansehen und weiter genießen.

Bis bald!

Jürgen

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